Freitag, 16. August 2013

Feuerzeugliebe

Auch wenn es widerlich und perfide ist... es geht mir so gut, dass ich es schon fast vermisse.
Ich vermisse, dass es mir schlecht geht und das hasse ich.
Ich vermisse, dass mich die Schmerzen zu etwas gemacht haben.
Auch, wenn es nichts schönes war.
Ich vermisse, wie die Zahlen auf der Waage kleiner wurden und ich das Essen immer mehr hasste.
Ich vermisse das Kotzen. Es war wie ein tröstendes Ritual.
Ich vermisse die Kontrolle, die ich über alles hatte.
Weil ich nichts an mich heran gelassen habe.

Was ich nicht vermisse, ist das Schneiden.
Auch wenn es mich noch immer fasziniert.
Manchmal halte ich die Klinge noch zwischen den Fingern und frage mich,
wie tief damit unter meine Haut kommen würde, bevor ich aufgebe.
Aber dann lege ich sie weg und betrachte sie ehrfürchtig aus der Ferne.
Ich lasse sie nicht mehr ihre makaberen Muster auf meine Haut zeichnen.

Ich bin zu glücklich.
Mir fehlt die Motivation, die Inspiration etwas zu schaffen.
Kunst zu machen.
Ich kann nicht mehr zeichnen.
Nicht mehr schreiben.
Nur meine Träume werden immer unrealistischer und bunter.

Letztens hat mich jemand gefragt, ob ich aufhören will zu rauchen.
Ich habe ihn verständnislos angesehen. 
Ich rauche immerhin erst seit einen halben Jahr.
Daraufhin hat er mir ein Feuerzeug geschenkt.
Und dann ist er verschwunden, 
in der Menschenmenge.
Er war wunderschön.
Ich hoffe, ich sehe ihn eines Tages wieder.
Dann schenke ich ihm auch etwas. 




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